Was passiert, wenn eine der teuersten Grundstückslagen Niederösterreichs zum ersten Mal seit Jahren nicht mehr teurer wird? Genau das zeigen die aktuellen Zahlen für den Bezirk Mödling: Nach einem langen, fast ununterbrochenen Anstieg liegt der rechnerische Durchschnittswert für Baugrundstücke im Datenjahr 2025 leicht unter dem Vorjahreswert. Für Eigentümerinnen und Eigentümer ist das kein Grund zur Beunruhigung – aber ein guter Anlass, sich die Entwicklung der letzten zehn Jahre genauer anzusehen.
Baugrundstückspreise in Mödling: der aktuelle Stand
Auf Basis der verfügbaren Durchschnittsdaten aus dem Jahr 2025 liegt der rechnerische Orientierungswert für Baugrundstücke im Bezirk Mödling bei rund 624 Euro pro Quadratmeter. Für die Stadtgemeinde Mödling selbst (2340) weist die Statistik einen höheren Wert von rund 765 Euro pro Quadratmeter aus.
Beide Werte sind Durchschnittswerte über mehrere Jahre und viele einzelne Transaktionen. Sie sagen nichts darüber aus, was ein konkretes Grundstück in einer bestimmten Lage tatsächlich erzielen würde – sie liefern eine erste rechnerische Orientierung.
Zum Vergleich: Damit liegt der Bezirk Mödling deutlich an der Spitze der niederösterreichischen Bezirke. Baden kommt im selben Datenjahr auf rund 347 Euro, Wiener Neustadt (Stadt) auf rund 333 Euro, Korneuburg auf rund 287 Euro und die Landeshauptstadt St. Pölten auf rund 226 Euro pro Quadratmeter. Der Bodenpreis im Bezirk Mödling liegt damit rechnerisch etwa beim 2,8-Fachen des St. Pöltner Werts.
Zehn Jahre Preisentwicklung im Überblick
Die folgende Übersicht zeigt den Bezirksdurchschnitt für Baugrundstücke im Bezirk Mödling über die verfügbaren Datenjahre:
- 2016: rund 353 Euro/m²
- 2017: rund 396 Euro/m²
- 2018: rund 379 Euro/m²
- 2019: rund 396 Euro/m²
- 2020: rund 449 Euro/m²
- 2021: rund 475 Euro/m²
- 2022: rund 581 Euro/m²
- 2023: rund 592 Euro/m²
- 2024: rund 637 Euro/m²
- 2025: rund 624 Euro/m²
Über den gesamten Zeitraum ergibt sich ein rechnerischer Anstieg von rund 77 Prozent. Auffällig ist dabei die ungleiche Verteilung: Zwischen 2016 und 2021 legte der Bezirksdurchschnitt um etwa 35 Prozent zu, der stärkste einzelne Sprung fiel mit rund 22 Prozent auf den Übergang von 2021 auf 2022. Seither hat sich die Bewegung deutlich verlangsamt – und im Datenjahr 2025 liegt der Wert erstmals seit 2018 wieder rund 2 Prozent unter dem Vorjahr.
Ein einzelner Rückgang von zwei Prozent ist bei dieser Datenbasis allerdings noch kein belastbarer Trendwechsel. Er zeigt vor allem, dass die sehr dynamische Phase der Jahre 2021 und 2022 vorerst ausgelaufen ist.
Warum Stadt und Bezirk unterschiedlich verlaufen
Interessant wird das Bild, wenn man die Stadtgemeinde Mödling separat betrachtet. Dort verlief die Entwicklung anders:
- 2016: rund 459 Euro/m²
- 2019: rund 625 Euro/m²
- 2022: rund 776 Euro/m²
- 2023: rund 745 Euro/m²
- 2024: rund 773 Euro/m²
- 2025: rund 765 Euro/m²
Die Stadtgemeinde ist über zehn Jahre um rund 67 Prozent gestiegen – also spürbar weniger stark als der Bezirk insgesamt. Seit 2022 bewegen sich die Werte für 2340 Mödling in einem vergleichsweise engen Band zwischen rund 745 und 776 Euro und liegen 2025 sogar minimal unter dem Wert von 2022.
Der Bezirksdurchschnitt ist im selben Zeitraum dagegen noch um rund 8 Prozent gestiegen. Rechnerisch bedeutet das: Der Preisabstand zwischen der Stadt und ihrem Umland hat sich verringert. 2016 lag die Stadtgemeinde noch rund 30 Prozent über dem Bezirksschnitt, 2025 sind es rund 23 Prozent. Die Preisdynamik hat sich also tendenziell in die umliegenden Gemeinden verlagert.
Die Spannweite innerhalb des Bezirks bleibt dabei erheblich. Zwischen den günstigsten und den teuersten Gemeinden liegt im Datenjahr 2025 rechnerisch etwa der Faktor 2,7 – von rund 325 Euro pro Quadratmeter am wienerwaldseitigen Rand des Bezirks bis zu rund 879 Euro in Perchtoldsdorf, der teuersten Gemeinde des Bezirks. Wo ein Grundstück genau liegt, ist für den Wert also weit relevanter als der Bezirksdurchschnitt.
Was die Preisentwicklung im Bezirk Mödling beeinflusst
Bodenpreise entstehen nicht zufällig. Im Bezirk Mödling wirken vor allem diese Faktoren:
- Nähe zu Wien: Der Bezirk grenzt direkt an die Stadtgrenze. Kurze Wege in die Bundeshauptstadt schlagen sich seit Jahren im Bodenpreis nieder.
- Verkehrsanbindung: Südbahn, Badner Bahn, S-Bahn und die A2 machen weite Teile des Bezirks gut erreichbar – Gemeinden mit dichter Taktung liegen tendenziell höher.
- Knappes Angebot: Gewidmetes Bauland ist in den etablierten Lagen begrenzt. Wo wenig neu ausgewiesen wird, wirkt sich schon eine kleine Nachfrageänderung stark aus.
- Lagequalität innerhalb der Gemeinde: Hanglage am Wienerwaldrand, Ortskern oder Randlage an einer stark befahrenen Straße führen zu deutlich unterschiedlichen Werten – auch innerhalb derselben Katastralgemeinde.
- Zuschnitt, Widmung und Bebaubarkeit: Bebauungsdichte, Bauklasse, Grundstücksform und Erschließungsgrad bestimmen mit, wie viel Nutzfläche auf einer Fläche tatsächlich realisierbar ist.
- Finanzierungsumfeld: Veränderte Kreditkonditionen und Kreditvergaberegeln haben die Nachfrage seit 2022 spürbar gedämpft – das ist eine plausible Erklärung für die Seitwärtsbewegung der letzten Jahre.
Rechnerische Beispielwerte für 2340 Mödling
Auf Basis des Werts von rund 765 Euro pro Quadratmeter für die Stadtgemeinde Mödling ergeben sich folgende grobe rechnerische Richtwerte:
- 400 m² Grundstücksfläche: rund 306.000 Euro
- 600 m² Grundstücksfläche: rund 459.000 Euro
- 800 m² Grundstücksfläche: rund 612.000 Euro
Diese Beträge sind reine Rechenbeispiele. Der tatsächlich erzielbare Preis kann je nach Lage, Widmung, Zuschnitt, Erschließung, Bebaubarkeit, rechtlicher Situation und aktueller Nachfrage deutlich abweichen – nach oben wie nach unten.
Was Durchschnittsdaten leisten – und was nicht
Die verwendeten Werte beruhen auf tatsächlichen Transaktionen und werden als geometrisches Mittel über ein Fünfjahresfenster ausgewiesen. Der Wert für 2025 fasst also Verkäufe der Jahre 2021 bis 2025 zusammen.
Das hat zwei Konsequenzen, die man beim Lesen der Zahlen kennen sollte:
- Kurzfristige Ausschläge werden gedämpft. Eine Marktbewegung schlägt erst mit Verzögerung und abgeschwächt durch.
- Die Werte sind robuster gegen Ausreißer als eine reine Jahresbetrachtung – dafür bilden sie den allerletzten Stand nicht taggenau ab.
Ein Online-Rechner kann auf dieser Grundlage eine schnelle, unverbindliche erste Orientierung liefern. Was er nicht leisten kann: die individuelle Beurteilung eines konkreten Grundstücks vor Ort, die Prüfung von Widmung und Bebauungsbestimmungen, die Bewertung von Servituten oder Altlasten – und erst recht kein Verkehrswertgutachten.
Grundstückswert für Mödling unverbindlich berechnen
Wenn Sie wissen möchten, wo Ihr Grundstück rechnerisch liegen könnte, können Sie den Wert kostenlos und ohne Anmeldung online einschätzen lassen:
- Baugrundstück bewerten in 2340 Mödling – die Ortsseite für Mödling
- Grundstückswert und Grundstückspreis berechnen – der allgemeine Grundstücksrechner
Passend dazu finden Sie auch die Auswertungen zu Wohnungspreisen in Mödling und zum Immobilienwert für Häuser in Mödling.
Hinweis: Die angezeigte Preiseinschätzung ist unverbindlich und ersetzt keine individuelle Immobilienbewertung, kein Verkehrswertgutachten und keine Sachverständigenbewertung. Die Berechnung nutzt regionale Durchschnittsdaten und nutzerseitige Angaben als Grundlage. Der tatsächliche erzielbare Preis kann je nach Lage, Zustand, Ausstattung, Nachfrage, rechtlicher Situation und weiteren individuellen Faktoren abweichen.
Häufige Fragen zur Preisentwicklung von Baugrund in Mödling
Wie hoch ist der Quadratmeterpreis für Baugrundstücke in Mödling aktuell?
Im Datenjahr 2025 liegt der rechnerische Durchschnittswert bei rund 624 Euro pro Quadratmeter für den Bezirk Mödling und bei rund 765 Euro pro Quadratmeter für die Stadtgemeinde Mödling (2340). Es handelt sich um statistische Näherungswerte, nicht um Angebots- oder Verkaufspreise einzelner Grundstücke.
Sind die Grundstückspreise in Mödling gesunken?
Der Bezirksdurchschnitt liegt im Datenjahr 2025 rund 2 Prozent unter dem Wert des Vorjahres, die Stadtgemeinde rund 1 Prozent. Das ist ein sehr kleiner Rückgang innerhalb einer über zehn Jahre klar steigenden Reihe und lässt für sich genommen keinen Schluss auf einen dauerhaften Trend zu. Zutreffender ist die Beschreibung, dass sich die Preise seit 2022 weitgehend seitwärts bewegen.
Warum unterscheiden sich Stadt und Bezirk so deutlich?
Der Bezirksdurchschnitt fasst alle Gemeinden zusammen – von sehr teuren Lagen nahe der Wiener Stadtgrenze bis zu deutlich günstigeren Gemeinden im Wienerwald. Die Spannweite beträgt im Datenjahr 2025 rechnerisch etwa den Faktor 2,7. Ein einzelner Bezirkswert kann eine konkrete Ortslage daher nur grob abbilden.
Warum kann der tatsächliche Preis vom Durchschnittswert abweichen?
Durchschnittsdaten kennen weder die genaue Lage noch Widmung, Bebauungsbestimmungen, Zuschnitt, Erschließung, Hanglage, Baumbestand oder rechtliche Belastungen eines konkreten Grundstücks. All diese Faktoren wirken sich unmittelbar auf den erzielbaren Preis aus.
Ersetzt der IMMOCHECK24 Rechner eine Immobilienbewertung?
Nein. IMMOCHECK24 ist kein Immobilienmakler, kein Gutachter und kein Sachverständiger. Der Rechner liefert eine unverbindliche digitale Preiseinschätzung auf Basis regionaler Durchschnittsdaten und Ihrer Angaben. Für eine verbindliche Wertermittlung ist eine individuelle Begutachtung erforderlich.
Datengrundlage: Statistik Austria, Immobilien-Durchschnittspreise für Baugrundstücke, geometrisches Mittel, Datenjahr 2025 (Transaktionsdaten 2021–2025).

