Der Grundstücksmarkt rund um Gänserndorf hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Die Schnellbahn nach Wien, neue Siedlungsgebiete zwischen Strasshof und Deutsch-Wagram und die anhaltende Nachfrage aus der Bundeshauptstadt haben aus dem Marchfeld eine der gefragtesten Baulandregionen Niederösterreichs gemacht – während wenige Kilometer weiter nördlich, an der March, Bauland noch zu Preisen gehandelt wird, die an die 1990er-Jahre erinnern. Wer im Bezirk ein Grundstück geerbt hat, eines aus der Familie übernehmen soll oder über einen Verkauf nachdenkt, steht deshalb vor derselben Frage: Was ist ein Quadratmeter Baugrund hier eigentlich wert? Dieser Beitrag beantwortet die Fragen, die Eigentümer dazu am häufigsten stellen – mit den aktuellen Durchschnittsdaten der Statistik Austria für 2025.
„Was kostet ein Quadratmeter Baugrund in Gänserndorf?“
Auf Basis der verfügbaren Durchschnittsdaten aus dem Jahr 2025 liegt der rechnerische Orientierungswert für ein Baugrundstück in der Stadtgemeinde Gänserndorf bei rund 313 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche. Für den gesamten Bezirk Gänserndorf weist die Statistik Austria einen Durchschnitt von rund 172 Euro pro Quadratmeter aus.
Bei einer angenommenen Grundstücksfläche von 700 m² ergibt sich für die Stadt Gänserndorf ein grober rechnerischer Richtwert von rund 219.000 Euro; für ein gleich großes Grundstück zum Bezirksdurchschnitt wären es rund 120.000 Euro. Der tatsächliche Preis kann je nach Lage, Widmung, Aufschließung, Zuschnitt und weiteren Faktoren deutlich abweichen.
Ein Hinweis zur Datenbasis: Die Statistik Austria bildet die Grundstückspreise als geometrisches Mittel aus Transaktionen der Jahre 2021 bis 2025 und rechnet ältere Verkäufe auf das Preisniveau 2025 hoch. Bei geringem Transaktionsaufkommen werden mehrere Gemeinden zu einer Gruppe zusammengefasst. Der Wert ist also ein statistischer Durchschnitt über mehrere Jahre und Lagen – kein Angebotspreis und keine Bewertung eines konkreten Grundstücks.
„Warum ist der Bezirkswert so viel niedriger als der Stadtwert?“
Weil der Bezirk Gänserndorf zwei sehr unterschiedliche Grundstücksmärkte vereint. Im Süden und Westen, entlang der Nordbahn und in Richtung Wiener Stadtgrenze, liegen die teuersten Gemeinden Niederösterreichs außerhalb der Wiener Speckgürtel-Bezirke. Im Norden, an der March und im Weinviertler Hügelland, kostet Bauland nur einen Bruchteil davon. Die Durchschnittswerte 2025 zeigen das Gefälle deutlich:
- Groß-Enzersdorf: rund 419 Euro/m²
- Deutsch-Wagram: rund 369 Euro/m²
- Strasshof an der Nordbahn: rund 347 Euro/m²
- Gänserndorf (Stadt): rund 313 Euro/m²
- Raasdorf, Glinzendorf: rund 293 Euro/m²
- Leopoldsdorf im Marchfeld: rund 217 Euro/m²
- Schönkirchen-Reyersdorf: rund 215 Euro/m²
- Obersiebenbrunn, Untersiebenbrunn, Markgrafneusiedl: rund 189 Euro/m²
- Lassee: rund 159 Euro/m²
- Orth an der Donau: rund 139 Euro/m²
- Bad Pirawarth, Groß-Schweinbarth: rund 131 Euro/m²
- Marchegg: rund 92 Euro/m²
- Zistersdorf: rund 56 Euro/m²
- Angern an der March: rund 53 Euro/m²
- Dürnkrut, Ebenthal: rund 40 Euro/m²
- Hohenau an der March, Drösing, Jedenspeigen: rund 30 Euro/m²
Zwischen der teuersten und der günstigsten Gemeinde des Bezirks liegt damit rund der Faktor 14. Der Bezirksdurchschnitt von 172 Euro ist deshalb für die meisten Eigentümer wenig aussagekräftig: Wer in Strasshof oder Deutsch-Wagram verkauft, rechnet mit dem Doppelten, wer in Hohenau oder Dürnkrut verkauft, mit einem Fünftel. Die Gemeinde ist bei Bauland der wichtigste einzelne Preisfaktor – noch vor Größe, Zuschnitt oder Aufschließung. Der Immobilienrechner von IMMOCHECK24 arbeitet daher mit dem Wert der jeweiligen Postleitzahl, nicht mit dem Bezirksdurchschnitt.
„Und im Vergleich zu den Nachbarbezirken?“
Für die Bezirkshauptstadt Gänserndorf ist die Einordnung im Ring um Wien aufschlussreich. Die Durchschnittswerte 2025 der umliegenden Bezirke und ihrer Hauptorte:
- Bezirk Mödling: rund 624 Euro/m² (Mödling: rund 765 Euro/m²)
- Bezirk Korneuburg: rund 287 Euro/m² (Korneuburg: rund 501 Euro/m²)
- Bezirk Bruck an der Leitha: rund 252 Euro/m² (Bruck: rund 340 Euro/m²)
- Bezirk Tulln: rund 238 Euro/m² (Tulln: rund 346 Euro/m²)
- Bezirk Gänserndorf: rund 172 Euro/m² (Gänserndorf: rund 313 Euro/m²)
- Bezirk Mistelbach: rund 108 Euro/m² (Mistelbach: rund 184 Euro/m²)
Als Bezirk liegt Gänserndorf damit im unteren Mittelfeld des Wiener Umlands – vor allem, weil der Norden des Bezirks den Schnitt drückt. Die Stadt Gänserndorf selbst bewegt sich auf dem Niveau von Bruck an der Leitha oder Tulln und rund 70 Prozent über dem nördlichen Nachbarn Mistelbach. Der Abstand zu Korneuburg auf der anderen Donauseite ist dagegen beträchtlich: Dort kostet der Quadratmeter Bauland in der Stadt rund 60 Prozent mehr. Für Eigentümer in Gänserndorf heißt das: Die Lage ist gut angebunden und gefragt, aber noch nicht auf dem Preisniveau der Bezirke westlich und südlich von Wien.
„Mein Grundstück ist größer als üblich – zählt jeder Quadratmeter gleich?“
Rechnerisch ja, am Markt meist nicht. Der Durchschnittswert bezieht sich auf die Grundstücksfläche, und der Rechner multipliziert ihn mit der eingegebenen Größe. In der Praxis erzielen sehr große Parzellen pro Quadratmeter oft weniger als kleine, weil die Käufergruppe für ein 1.500-m²-Grundstück deutlich kleiner ist als für 600 m² – und weil größere Flächen häufig nur teilweise bebaubar sind. Wer ein großes Grundstück besitzt, sollte prüfen, ob eine Teilung möglich ist: Zwei Bauplätze zu je 700 m² lassen sich in der Regel besser vermarkten als ein Grundstück mit 1.400 m². Ob das Bebauungsplan und Mindestgrundstücksgrößen der Gemeinde zulassen, klärt ein Blick in die Bauordnung oder ein Gespräch mit dem Bauamt.
„Was verändert den Wert meines Grundstücks am stärksten?“
Nach der Gemeinde sind es vier Merkmale, die der Rechner abfragt und die auch beim tatsächlichen Verkauf entscheiden:
- Widmung und Bebaubarkeit: Die Durchschnittswerte gelten für Bauland. Grünland, Bauerwartungsland oder Flächen mit Bausperre haben eine völlig andere Preisbasis. Auch innerhalb des Baulands macht es einen Unterschied, ob Wohngebiet, Kerngebiet oder Betriebsgebiet gewidmet ist und welche Bebauungsdichte der Bebauungsplan zulässt.
- Aufschließung: Wasser, Kanal und Strom am Grundstück sind in den Marchfeld-Gemeinden meist gegeben, in Randlagen nicht immer. Fehlende Anschlüsse bedeuten Kosten von mehreren tausend bis einigen zehntausend Euro, die Käufer vom Preis abziehen.
- Zufahrt und Lage im Ort: Ein Grundstück an einer öffentlichen Straße in Bahnhofsnähe wird anders bewertet als eines am Ortsrand mit Zufahrt über ein Nachbargrundstück. Die Nähe zur Schnellbahn ist im Bezirk Gänserndorf ein wesentlicher Faktor.
- Zuschnitt und Gelände: Das Marchfeld ist eben – Hanglage spielt hier kaum eine Rolle. Ein ungünstiger Zuschnitt (sehr schmal, sehr tief, Dreiecksform) kann die Bebaubarkeit aber einschränken und den Wert mindern.
Hinzu kommen Faktoren, die keine Statistik abbildet: Altlasten, Hochwasserzonen entlang von March und Donau, Dienstbarkeiten im Grundbuch, Leitungsrechte oder ein Vorkaufsrecht der Gemeinde. Vor einem Verkauf lohnt sich deshalb ein Blick ins Grundbuch und in den Flächenwidmungs- und Bebauungsplan.
„Reicht mir der Rechner, oder brauche ich ein Gutachten?“
Das hängt davon ab, wofür Sie die Zahl brauchen. Der Immobilienrechner liefert in wenigen Minuten eine kostenlose, unverbindliche und anonyme Preiseinschätzung auf Basis der regionalen Durchschnittsdaten und Ihrer Angaben zu Fläche, Anschlüssen, Zufahrt und Gelände. Für einen ersten Überblick – etwa um zu entscheiden, ob ein Verkauf überhaupt interessant ist, oder um ein Gespräch in der Familie vorzubereiten – reicht das meist aus.
Er ersetzt kein Verkehrswertgutachten und keine Sachverständigenbewertung. Wenn es um eine Erbteilung, eine Schenkung mit steuerlicher Relevanz, eine Scheidung oder eine Finanzierung geht, verlangen Notare, Finanzämter und Banken in der Regel eine fachliche Bewertung durch einen Sachverständigen. Der rechnerische Richtwert kann diese Bewertung vorbereiten, aber nicht ersetzen.
Grundstückswert für Gänserndorf jetzt online einschätzen
Für eine unverbindliche Preiseinschätzung Ihres Baugrundstücks nutzen Sie die Rechnerseite Baugrundstück bewerten in 2230 Gänserndorf. Für alle anderen Gemeinden des Bezirks und Österreichs steht der allgemeine Rechner zur Verfügung: Jetzt Grundstückswert unverbindlich berechnen.
Wer im Bezirk bereits gebaut hat, findet die passenden Daten in den Beiträgen Preisentwicklung Häuser Gänserndorf – aktuelle Daten 2025 und Quadratmeterpreis Wohnung Gänserndorf – 2025. Zum Vergleich mit dem nördlichen Nachbarbezirk: Baugrundpreise Mistelbach: Was Eigentümer wissen sollten.
Hinweis: Die angezeigte Preiseinschätzung ist unverbindlich und ersetzt keine individuelle Immobilienbewertung, kein Verkehrswertgutachten und keine Sachverständigenbewertung. Die Berechnung nutzt regionale Durchschnittsdaten und nutzerseitige Angaben als Grundlage. Der tatsächliche erzielbare Preis kann je nach Lage, Zustand, Ausstattung, Nachfrage, rechtlicher Situation und weiteren individuellen Faktoren abweichen.
Häufige Fragen zu Baugrundstücken in Gänserndorf
Was kostet ein Baugrundstück in Gänserndorf 2025?
Auf Basis der Durchschnittsdaten 2025 liegt der rechnerische Orientierungswert für Bauland in der Stadt Gänserndorf bei rund 313 Euro pro Quadratmeter. Ein 700-m²-Grundstück entspricht damit einem groben Richtwert von rund 219.000 Euro. Im Bezirksdurchschnitt sind es rund 172 Euro pro Quadratmeter.
Wie wird der Wert eines Baugrundstücks in Gänserndorf berechnet?
Der Immobilienrechner von IMMOCHECK24 verknüpft den regionalen Durchschnittswert der Postleitzahl mit Ihren Angaben zu Grundstücksfläche, vorhandenen Anschlüssen, Zufahrt und Hanglage. Das Ergebnis ist eine statistische Näherung, keine Bewertung des konkreten Grundstücks.
Warum sind Grundstücke in Strasshof oder Deutsch-Wagram teurer als in Gänserndorf?
Beide Gemeinden liegen näher an Wien und ebenfalls an der Nordbahn. Die Durchschnittswerte 2025 liegen dort bei rund 347 beziehungsweise 369 Euro pro Quadratmeter, in Gänserndorf bei rund 313 Euro. Innerhalb des Bezirks steigen die Grundstückspreise generell mit der Nähe zur Wiener Stadtgrenze.
Gilt der Wert auch für Grünland oder Bauerwartungsland?
Nein. Die Durchschnittsdaten der Statistik Austria beziehen sich auf Baugrundstücke. Flächen ohne Baulandwidmung haben eine andere Preisbasis und können mit dem Rechner nicht sinnvoll eingeschätzt werden. Auskunft über die Widmung gibt der Flächenwidmungsplan der Gemeinde.
Ersetzt die Berechnung ein Gutachten?
Nein. Die Berechnung ist eine unverbindliche Preiseinschätzung auf Basis regionaler Durchschnittsdaten und ersetzt kein Verkehrswertgutachten, keine Sachverständigenbewertung und keine individuelle Immobilienbewertung. Für Erbteilungen, Schenkungen, Finanzierungen oder gerichtliche Verfahren ist eine fachliche Bewertung erforderlich.

